Die 95 Prozent

5gegen95

Finanzminister der reichsten 5%

Finanzminister Löger will keine Steuereinnahmen in Milliardenhöhe – weil große Konzerne dafür zahlen müssten! Er entlässt lieber Steuerprüfer und kämpft auf EU-Ebene gegen faire Steuern. Wer die Rechnung dafür bezahlt? Wir, Die 95 Prozent ohne Million am Konto! Denn bei uns wird gestrichen, gekürzt, spioniert und enteignet.

Valentinstag ist vorbei, aber der Finanzminister ist noch immer schwer verliebt: Auf seine reichsten 5% lässt er nichts kommen! Vor allem keine Transparenz und keine Steuern. Große, internationale Konzerne wie Starbucks, IKEA oder Coca-Cola können sich eine faire Besteuerung ja auch wirklich nicht leisten, die armen.

Finanzminister gegen Steuereinnahmen

Es ist schon absurd, was die Reichenregierung so tut: Da stellt sich der Finanzminister Anfang der Woche hin und erklärt, dass er keine zusätzlichen Steuereinnahmen in Milliardenhöhe für sein Budget haben will und sich dafür sogar mit der EU anlegt: Löger hat dem Profil erklärt, dass er keine Transparenzregeln für große Konzerne innerhalb der EU will, wie das EU-Kommission und EU-Parlament gerade verhandeln.

Riesenkonzerne verstecken oder verschieben ihre Gewinne und entgehen so dem Finanzamt. Das Arge daran: Die allermeisten Methoden dafür sind derzeit völlig legal! 2013 hat der Rechnungshof ausgerechnet, dass Österreich gut eine halbe Milliarde Euro jährlich (!!!) verloren geht. Ja, DER Rechnungshof als dort der jetzige Justizminister Moser noch Präsident war. Vielleicht sollte man ihn mal daran erinnern.

Ah, und dann will Löger auch noch weniger Steuerprüfer nachbesetzen – obwohl jeder von denen dem Staat viel mehr bringt als er kostet. Wir haben also einen Finanzminister (!) der freiwillig auf Einnahmen verzichtet.

Steuersumpf Österreich

Das Finanzamt lässt sich ganz leicht umgehen – solange man ein Großkonzern ist. Denn ist ein Konzern in mehreren Ländern tätig, können Gewinn und Umsatz so herumgeschoben werden, dass es aussieht, als hätte der arme Konzern gaaaanz wenig Gewinn in einem Land erwirtschaftet, weshalb er leiiiiiiider auch nur gaaaanz wenig Steuern zahlen kann.

Beispiel gefällig? „Die Zeit“ hat nachgerechnet: In der Steiermark produziert die „Magna Powertrain“ mit 2100 Mitarbeitern Autoteile. Umsatz: knapp eine Milliarde Euro, Gewinn: 35 Millionen. Wieviel Steuern wurden wohl gezahlt? Na? Für das ganze Jahr 2015 hat die Firma nur 45.000 € Steuern bezahlt!

Zum Vergleich: Eine durchschnittlich gut gehende Wiener Trafik zahlt im Verhältnis 700-mal mehr für ihren Gewinn als der Magna Konzern!

Es wäre so einfach

Mit dem Modell des „Country-by-Country-Reporting“ zum Beispiel: Ab einem Jahresumsatz von 750 Millionen Euro müssten Großkonzerne Umsatz, Gewinn und Steuerleistung pro Land veröffentlichen. Dann könnten wir alle nachschauen, ob diese Konzerne für ihre Geschäfte auch Steuern zahlen – und zwar vor Ort und in der korrekten Höhe. Betreffen würde das die 6.000 größten Konzerne weltweit. Jene, die dank ihrer Tricks im Moment viel weniger zahlen als der Trafikant ums Eck.

Man schaue sich nur folgende Grafik an. Hier sieht man, was Konzerne in Österreich zahlen müssten. In Schwarz – was sie wirklich zahlen; in Grün – was sie zahlen SOLLTEN:

Die 95 Prozent ausnehmen, den 5% die Mauer machen

Stell dir vor, wie fett das österreichische Budget würde, würden diese ganzen Konzerne ihren Beitrag leisten. Was wir damit alles modernisieren könnten: Kindergärten, Straßen, Parks, Schulen, Spitäler, Schwimmbäder. Und Arbeitsplätze würde das ganze auch noch schaffen!

Aber leider haben diese Firmen den Finanzminister auf ihrer Seite, und das nicht erst seit gestern: Bereits Ex-Finanzminister Schelling (natürlich auch ÖVP-Reichenpartei) hat ordentlich gebremst und die reichsten 5% vor allzu viel Steuerlast geschützt. Gut ausgebildete Menschen, hervorragende Infrastruktur und ein Land, in dem (noch) sozialer Friede herrscht, finden Großkonzerne schon super – nur zahlen wollen sie dafür halt nicht.

Und wer soll dann zahlen? Na wir. Und wie? Über so existenzbedrohende Grauslichkeiten wie:

Damit wir nicht auf dumme Gedanken kommen und uns wehren wird bald massiv überwacht, die Polizei auf Pferde gesetzt und immer schön von den wirklichen Problemen abgelenkt.

Die Message der FPÖVP-Reichenregierung ist klar: „Wir mästen unsere Geldgeber, ihr müsst dafür den Gürtel enger schnallen – und haltet’s bloß die Goschn, weil sonst spielt’s Granada!“

 

♥ ♥ ♥ ♥  (16.02.2018, mrk) ♥ ♥ ♥ ♥

Interessant zum Weiterlesen:

 

Wenn Du es dir leisten kannst, dann freuen wir uns sehr über deine Spende:

Verein Die 95 Prozent IBAN: AT661400003010987325 – Oder einfach den Spendenbutton klicken! ❤

To Top

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen